Dekan Thomas Hauth will Präsenz zeigen

Thomas Hauth leitet das Dekanat Teuschnitz seit dem 15. November 2011. Am Sonntagnachmittag wurde der 43-jährige offiziell in sein Amt als Dekan eingeführt.

Komplett gefüllt war die St. Michaelskirche in Reichenbach, als Thomas Hauth mit Ministranten, Priestern sowie seinen evangelischen Kolleginnen, der Dekanin Dorothea Richter und der Pfarrerin Claudia Grüning-Göll, in die Kirche einzog. Es herrschte eine festliche Stimmung. Man merkte es dem 43-jährigen Hauth an, dass er gewillt ist, seine Aufgaben zu erfüllen. Denn für ihn sei wichtig, sagte er vorab in einem Gespräch, dass er eines Tages vor Gott sagen könne, das Beste - seinen Talenten entsprechend - auf dieser Erde getan zu haben.
Das Richtige sei für ihn, sein Leben in den Dienst der Menschen zu stellen. Es gehe ihm nicht um Ehre und Titel, sondern er wolle Brücken bauen, er wolle Bindeglied zwischen seinen Gläubigen, der Geistlichkeit und der Erzdiözese sein, versicherte Hauth.

Menschen sollen zusammenrücken

"Ich will Menschen an Gott heranführen." Ein Wunsch von ihm sei, sagte Hauth, dass die Menschen in den einzelnen Pfarreien im Dekanat Teuschnitz enger zusammenrücken; leider sei noch ein gewisses Kirchturmdenken vorhanden.
In seiner Predigt forderte er alle getauften Christen auf, Menschen zu Jesus zu führen. Es sei wichtig, dass der Glaube auch im Alltag gelebt werde, denn nur so könne er nach außen strahlen. "Seid in Euren Familien und an den Arbeitsstätten auf Ausgleich bedacht! Gebt ein gutes Wort!", forderte er die Gläubigen auf.
Der Glaube sei in der jetzigen Gesellschaft oftmals nicht leicht. Als Beispiel nannte er den Neujahrsempfang in Würzburg, zu dem der Bischof mit der Begründung "Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft" nicht geladen worden sei. Gerade deshalb sei es wichtig, dass die Christen zu ihrem Glauben stehen.

Den Glauben pflegen

Weiterhin forderte er die Eltern auf, den Glauben in ihren Häusern zu pflegen. Es nütze nichts, wenn ein Priester im Unterricht mit den Kindern Gebete einstudiere, diese aber zu Hause nicht gebetet würden. "Dann würden die Gebete und somit ein Weg zu Gott schnell verdunsten."
Als Dekan, so Thomas Hauth, wolle er Präsenz zeigen. Seine Aufgabe werde es unter anderem sein, das Dekanat Teuschnitz in öffentlichen Belangen zu vertreten, die Ökumene und den religiösen Dialog mit den Kirchenvertretern sowie den Gläubigen zu pflegen.
Regionaldekan Thomas Teuchgräber wies darauf hin, dass Thomas Hauth bereits im ersten Wahlgang im November 2011 in der Pastoralkonferenz zum Dekan gewählt wurde. Als sein Stellvertreter wird der Teuschnitzer Pfarrer Joachim Lindner fungieren. Die beiden werden nun für sechs Jahre an der Spitze des Dekanates Teuschnitz stehen. "Eine Wiederwahl ist möglich", stellte Teuchgräber fest.

Vom Pfleger zum Priester

Geboren wurde Thomas Hauth in Karlsruhe. Dort absolvierte er nach Beendigung seiner Schulzeit zunächst eine Ausbildung zum Altenpfleger. Das brachte mit sich, dass er als junger Mann oftmals mit dem Sterben konfrontiert wurde. „Ich habe registriert, dass kranke beziehungsweise gebrechliche Menschen nach der Krankensalbung ruhiger wurden. Es passierte auch, dass sich der Gesundheitszustand mancher Heimbewohner, die dem Tod sehr nahe waren, nach der Spende dieses Sakramentes wieder verbesserte“, erinnerte sich der Dekan. Das habe ihn fasziniert und zugleich auch nachdenklich gestimmt. Irgendwann habe er dann beschlossen, sein Leben Gott zu weihen. Er trat ins Spätberufenen-Seminar in Lantershofen/Bonn ein und nahm sein Theologiestudium auf. Das ist ein deutschlandweites Priesterseminar des dritten Bildungsweges, das heißt, dort können ältere Kandidaten auch ohne Abitur Theologie studieren. Während des vierjährigen Studiums ist eine intensive Zusammenarbeit mit dem Herkunftsbistum Bamberg gepflegt worden. Es sei eine harte Zeit gewesen, blickte Thomas Hauth schmunzelnd zurück. Aber es habe sich gelohnt. Danach folgte ein zweijähriger Pastoralkurs in der Diözese Bamberg, anschließend Stationen als Diakon in Langensendelbach und als Kaplan in Burgebrach sowie in Pegnitz. Seit 2006 ist Hauth als Pfarrer im Pfarrverbund Rennsteig tätig. Er betreut die Pfarrei Reichenbach-Hasslach, Ludwigsstadt und Steinbach am Wald.

Richtige Worte finden

Bei der Frage, ob er denn als Priester nicht manchmal einsam sei, wirkt er etwas nachdenklich. Natürlich gebe es solche Momente, aber dann nehme er das Telefon in die Hand. Überhaupt sei ihm neben seinen Gebeten, in denen er Kraft findet, der Gesprächsaustausch mit seinen Kollegen sehr wichtig. Und er räumt ein, dass ein Pfarrer auch manchmal einiges nicht verstehen kann. Beispielsweise habe ihn der tödliche Unfall eines jungen Mannes aus Reichenbach Ende 2011 sehr mitgenommen. „Mitunter fällt es schwer, die richtigen Worte zu finden.“

Text und Foto: Veronika Schadeck, Fränkischer Tag