Wickendorfer Kirche wurde vor 80 Jahren geweiht

Die Wickendorfer gedenken am kommenden Sonntag der Weihe ihrer Kirche vor acht Jahrzehnten. Der Festgottesdienst zum 80. Kirchweihfest beginnt um 9.30 Uhr in der Rosenkranzköniginkirche. Die Kollekte ist für die Kirche bestimmt. Zelebriert wir die Eucharistiefeier von Pfarrer und Erzb. Geistlichen Rat Hans Martin. Der aus Wickendorf stammende Priester konnte am 10.03.1963 in seiner Heimatkirche sein erstes heiliges Messopfer feiern. Musikalisch mitgestaltet wird die Messe von der Singgruppe „Cantate Nova“.

Als 1925 der Krieger- und Veteranenverein ein Kriegerdenkmal in Form einer Kapelle errichten wollte, übernahm man den Vorschlag des Dekans Mauderer, gleich eine Kirche zu bauen. 1936 wurde der Grundstein gelegt. Vor 80 Jahren, am 13. Juni 1937, wurde die Kirche vom Bamberger Erzbischof Jakobus von Hauck der Rosenkranzkönigin geweiht. Aus dem Schlusssatz der Urkunde zur Grundsteinlegung ist zu entnehmen, dass die Kirche in Tagen ernster Sorge und heißer Liebe zu Vaterland, Kirche und Glauben erbaut wurde: „Möge dieses Gotteshaus sein den Gefallenen der Gemeinde ein immerwährendes Denkmal und den Lebenden eine Stätte des Gebetes der Gnade und des Trostes für und für. Patronin der Kirche ist Maria, die Rosenkranzkönigin. Das Patronatsfest wird am ersten Sonntag im Oktober (Rosenkranzfest) gefeiert. Der Bau der Kirche war nur möglich durch die großherzige Hilfe des Hochwürdigsten Herrn Erzbischofs Dr. Jakobus Ritter von Hauck, des Diözesansteuerausschusses, durch die Initiative des Kirchenbauvereins sowie des großen Opferwillens der Gemeinde Wickendorf.“
Der erste Geistliche nach der Weihe des Gotteshauses war Kuratus Adam Wolf. Die Pfarrgemeinde Wickendorf gehörte zur Pfarrei Teuschnitz, bis sie am 1. September 1942 zur eigenständigen Kuratie Wickendorf erhoben wurde. 1948 ist die Orgel angeschafft worden, 1949 wurden die Glocken geweiht. Die Große wurde von den Großbauern, die Mittlere von den Kleinbauern und Arbeitern gespendet. Von 1950 bis 1952 baute man das Kuratenhaus und 1953 bis 1956 den Kindergarten (jetzt Pfarrsaal). Kuratenhaus- und Kindergartenbau verdankt die Gemeinde Wickendorf in erster Linie der Initiative und Schaffenskraft ihres damaligen Kuraten Adam Wolf, sowie der Spendenfreudigkeit und Tatkraft aller Wickendorfer Bürger. 1961 wurde unter Kuratus Emil Lorenz die Kirche innen renoviert. Mit der Gestaltung wurde der Bamberger Künstler Alfred Heller beauftragt. Dadurch erhielt die Kirche im Grunde ihr heutiges Aussehen. Nach dem zweiten Vatikanischen Konzil wurde durch die einsetzende Liturgiereform, wie in den meisten katholischen Kirchen, ein „Volksaltar“ eingerichtet. Im Lauf der Jahre wurden verschiedene Heiligenfiguren, die man auf dem Dachboden gefunden hatte, wieder in der Kirche installiert. Diese stilistischen Fehlentwicklungen wurden bei der letzten Innenrenovierung im Jahr 2008 revidiert. 2012 wurde die 75-jährige Jubiläumskirchweih groß gefeiert. Zum Jubiläum kam der Bamberger Generalvikar Georg Kestel und Jugendliche zechten nach vielen Jahrzehnten wieder. Im Herbst 2015 hat sich die Kirchenverwaltung entschlossen, das Umwelt- und Gütesiegel EMAS anzustreben. Durch die Einsparung von Energie, Wasser und anderen Ressourcen, den vermehrten Einkauf fairer und ökologisch verträglicher Produkten, könne man aktiv zur Bewahrung der Schöpfung beitragen.

Text: Uwe Thoma