Wickendorfer wollen Umwelt und Geldbeutel schonen

Den Auftrag „Erhaltung der Schöpfung“ sieht die Kirchenverwaltung Wickendorf als Chance, nämlich Kosten zu sparen und die Umwelt zu schonen. Das wurde bei der Auftaktveranstaltung zur Einführung des Umweltzertifikates EMAS (Eco Management an Audit Scheme) deutlich.

Seit einigen Jahren sind die Pfarrgemeinden im Erzbistum Bamberg eingeladen, dieses Zertifikat zu erwerben. Ziel dieser Aktion war und ist es, in den Pfarrgemeinden die Verpflichtung für den Erhalt einer menschenfreundlichen Umwelt als gute Schöpfung Gottes ausdrücklich zu verankern. Diesem Auftrag will die Wickendorfer Kirchenstiftung nachkommen. Kirchenratsmitglied Christof Krebs hat in einem Kurs die Ausbildung zum Umwelt-Auditor absolviert und die EMAS-Zertifizierung vorgeschlagen und vorangetrieben. Die Kirchenverwaltung hat sich deshalb im Herbst 2015 entschlossen, das Gütesiegel EMAS anzustreben. Durch die Einsparung von Energie, Wasser und anderen Ressourcen, den vermehrten Einkauf fairer und ökologisch verträglicher Produkten, könne man aktiv zur Bewahrung der Schöpfung beitragen, so Krebs. Ganz nebenbei lassen sich meist auch finanzielle Einsparungen vor allem im Energiesektor realisieren. Jedoch ist der Weg bis zum Umweltzertifikat weit, wie der Umweltauditor bei der Auftaktveranstaltung aufzeigte: Nach dem bereits erfolgten Beschluss der Kirchenverwaltung über die Einführung, sei mit der Auftaktveranstaltung die Pfarrgemeinde bzw. Öffentlichkeit über das Vorhaben informiert. Als nächstes muss das im Februar 2016 gegründete Umweltteam Schöpfungsleitlinien formulieren. Diese beschreiben die grundsätzlichen Umweltziele der Pfarrgemeinde. In einer Bestandsaufnahme werden alle relevanten Daten erfasst und bei einer Bewertung werde objektiv ermittelt, wo der größte Handlungsbedarf für die nächsten Jahre bestehe. Die konkreten Maßnahmen, Zeiträume und Verantwortlichkeiten mit dem Ziel, die Umwelt zu entlasten, werden im Umweltprogramm erstellt. Im Laufe des Prozesses entstehe ein Umweltmanagementsystem, erste Verbesserungen werden sichtbar. Die wichtigsten Ergebnisse des Geleisteten werden abschließend in einer Umwelterklärung zusammengefasst. Vor der offiziellen Validierung habe die Pfarrgemeinde nochmals selbst die Möglichkeit, in einem internen Audit, letzte Schwachstellen zu beseitigen. Die externe Prüfung durch einen staatlich zugelassenen Umweltgutachter bilde den letzten Schritt auf dem Weg zum Zertifikat. Die Pfarrgemeinde wird, wenn die Prüfung positiv verläuft, Mitglied im Netzwerk Kirchliches Umweltmanagement und bekommt die EMAS-Zertifizierung. Allerdings sei mit der Verleihung des Zertifikats das Umweltmanagement nicht abgeschlossen, sondern auch danach weiter auszubauen. Es sei für zwei Jahre gültig und werde dann von einem externen Auditor wieder überprüft.

Kirchenpfleger Matthias Beetz ging anschließend kurz auf bereits durchgeführte Energie-Maßnahmen ein. So wurden beispielsweise Kirchen- und Pfarrhausdach isoliert. Positives berichtete er über die 130 Quadratmetergroße Photovoltaikanlage auf dem Pfarrsaaldach. Durch die Stromeinspeisung könne man vier Haushalte versorgen. Die Kosten der Anlage beliefen sich auf 102.000 Euro, bei einem Eigenanteil von 16.000 Euro. Erfreut zeigte sich Beetz, dass nur noch 6.000 € fehlen und man dann in der Gewinnzone sei. Für die Pfarrgemeinde habe man unter dem damaligen Pfarrer Peter Barthelme eine gute Investition getätigt. Die Gewinne sollen der Pfarrgemeinde zu Gute kommen. So stehen im Pfarrsaal eine Schall- und Wärmedämmung und ein neuer Fußboden auf der Agenda. Die Erneuerung der Fenster im Pfarrhaus, die Umrüstung auf LED-Leuchtmittel sowie der Einbau einer neuen umweltschonenden Heizung seien ebenfalls geplant. Auch forderte er auf, im persönlichen Bereich, den Umweltgedanken zu berücksichtigen: Beispielsweise beim Kauf von Reinigungsprodukten oder der Nutzung von Stoff- anstatt Plastiktaschen könne jeder einzelne zur Verringerung der Umweltbelastungen beitragen.

Interessierte und Engagierte können sich gerne dem Umweltteam anschließen.

Text und Bild: Uwe Thoma